Doppelerfolg für Anja Schneidenbach und Dirk Keßler in Stadtallendorf!

Contre-la- montre, Timetrial oder Einzelzeitfahren steht für den Kampf gegen die Uhr und ist für die meisten Radsportler buchstäblich die „Stunde der Wahrheit“! Hier gewinnen in der Regel die Athleten und Athletinnen mit dem größtem Kraftausdauervermögen und der Fähigkeit diese möglichst über die gesamte Distanz aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus hat sich in den letzten Jahren die Trainingssteuerung durch das große Angebot von Wattmesssystemen stark verändert. So dass bei vielen nicht mehr nur nach altem Muster oder gar statisch nach Körpergefühl trainiert wird, sondern sehr methodisch und zielgerichtet mit wattgesteuerten hochintensiven Intervallen, Schwellenkreuzen und regelmäßigen Tests der „funktionellen Schwelle“, der theoretischen Stundenleistung der Einzelnen.

Anja Schneidenbach

Überdies befeuert die umtriebige Fahrradindustrie das „Wettrüsten“ im Bereich des Zeitfahrmaterials und der Bekleidung. Längst werden in immer kürzeren Produktzyklen Zeitfahrräder, Aerolaufräder, Lenker und Lenkeraufsätze, Helme, Zeitfahranzüge und Überschuhe und vieles mehr in Windkanaltests immer weiter optimiert und angeboten. Auch hier enden nicht die Optimierungsbestrebungen zum Thema Zeitfahren, selbst das Zusammenspiel von Aerodynamik und Biomechanik werden von verschiedenen Spezialanbietern auf der Bahn angeboten um die letzten Sekunden herauszuholen.

Dirk Kessler

All dies führte vergangenen Samstag bei den Hessischen Meisterschaften im Einzelzeitfahren auf bewährter und bekannter Strecke in Stadtallendorf zu immer besseren Zeiten und einer harten Konkurrenz innerhalb der einzelnen Altersklassen. Für den RVG-Rockenberg starteten zum wiederholten Male der Wölfersheimer Dirk Keßler in der SEN3-Altersklasse und Anja Schneidenbach aus Künzell bei den Elite Frauen. Nach einem Hüftpfannenbruch im vergangenen Winter und einer 10-wöchigen Sportpause sahen die Vorzeichen für Dirk nicht besonders rosig aus, seinen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Aber mit viel Disziplin, Trainingsfleiß und einer deutlichen Umstellung an seiner Zeitfahrposition, gelang es ihm erneut ein gutes Niveau aufzubauen.

Als Titelverteidiger startete Dirk dieses Jahr als letzter auf die 20km Strecke auf der Panzerstraße der Hessenkaserne. Eine Minute vor ihm sein Hauptkonkurrent Victor Slavik aus Kassel. Nach der Hälfte der Strecke hatte Dirk lediglich einen Vorsprung von 2 Sekunden, es sollte also wieder sehr eng werden. Aber hier zeigte Dirk seine langjährige Routine im „Pacing“, also in der Fähigkeit seine Kraft so einzuteilen um am Ende nicht nachzulassen. Dies gelang im erneut so gut, dass er auf den letzten 5km noch einmal zulegen konnte und am Ende mit der Fahrtzeit von 27:18:79 den Sieg und somit den Hessenmeistertitel einfahren konnte. Victor Slavik (RV 1899 Kassel)wurde Zweiter in einer Zeit von 27:31:60 vor Markus Eckel (SSG Bensheim) in 27:46:71.

Siegerehrung Senioren 3: Dirk Kessler in der Mitte

Auch Anja Schneidenbach steigerte sich sehr deutlich und zeigte ein weiteres Mal, dass mit ihr bei den Landesmeisterschaften zu rechnen ist. Mit ihrer Fahrzeit von 31:35:51 verbesserte sie ihre letztjährige Zeit auf gleicher Strecke um fast eine ganze Minute und erzielte erneut den hervorragenden dritten Platz gegen sehr starke Konkurrenz. Zweite wurde Ronja Köckerling (RSG Buchenau) vor der Profi-Triathletin Tine Holst (RSC Mars-Rotweiss 02 Frankfurt).

Siegerehrung Damen: Anja Schneidenbach ganz rechts

   
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