Deutsche Meisterschaften Berg in Elters bei Fulda

Langes Stehen ist Gift für die Beine eines Rennradlers, besonders wenn man im Anschluss noch die Deutsche Meisterschaften Berg in Angriff nehmen möchte. So erging es Dirk Keßler, der sich am vergangenen Samstag nach seinem Arbeitseinsatz im Fahrradladen auf den Weg nach Fulda machte, wo dieses Jahr die Meisterschaften Berg für die Junioren, Männer- und Mastersklassen stattfinden sollten.

Der RC 07 Fulda hatte hierfür eine für Deutsche Meisterschaften Berg sehr würdige und extrem schwere Strecke, mit Start und Ziel in Elters, rund um die Milseburg ausgesucht. Auf der 17km Runde warteten zwei lange Anstiege mit bis zu 16% Steigung, sowie technisch anspruchsvolle und mitunter sehr schnelle Abfahrten.

Die Seniorenklassen 2 und 3 starteten gemeinsam als letztes Rennen des Tages und mussten viermal die Runde fahren. Somit hatte die Strecke eine Länge von 68km mit fast 1600 Höhenmetern.

So gingen zusammen mit dem für die RVG startenden Dirk Keßler aus Wölfersheim ca. 70 mitunter illustre und sehr bergfeste Starter aus ganz Deutschland auf die 17km Runde, wobei es zunächst ein paar Kilometer leicht bergab ging. Danach wartete schon der erste lange und teilweise sehr steile Anstieg hinauf zur Milseburg, wo auch schon merklich das Tempo angezogen wurde. Nach einer ersten schnellen Abfahrt erfolgte der zweite schwere Anstieg, danach ein paar Wellen auf gut ausgebauten Wirtschaftswegen, eine technisch schwierigere enge Abfahrt ebenfalls auf Wirtschaftswegen, bevor es über eine Querverbindung auf die steilste und schnellste Abfahrt ging, auf der man nahe an die 100km/h Marke herankam. Kurz nach dieser rasanten Abfahrt ging es wellig zurück nach Elters, hinauf zur Zieldurchfahrt und auf die zweite Runde. In dieser Runde setzte dann der sehr starke Bergfahrer Cosmas Lang aus Wiesbaden seinen entscheidenden Ausreisversuch, was in der Folge das Feld komplett auseinanderriss. Das nun extrem hohe Tempo konnte Dirk und einige Fahrer nicht mitgehen, sodass er sich mit ca. 7 weiteren Fahrern auf die Verfolgung der Spitzengruppe machte. Ab der dritten Runde forderte die schwere Strecke ihren Tribut und einige Fahrer in Dirk´s Gruppe konnten das Tempo nicht mehr hochhalten, so dass zwei Fahrer von hinten aufschließen konnten. In der letzten Runde wurde das Tempo noch einmal angezogen, sodass sich fünf – darunter auch Dirk – aus der Gruppe lösen konnten und gemeinsam dem Ziel näherten. Unglücklicherweise befanden sich unter den fünf Fahrern drei sehr gute Sprinter, sodass Dirk trotz seinem ebenfalls guten Sprint ganz knapp hinter den dreien über die Ziellinie fuhr und somit den respektablen 12. Gesamtplatz bei den SEN3 erzielte.

Deutscher Meister in Dirk´s Alterklasse wurde Matthias Lastowski (RC1913 Wendelstein), vor Stefan Steiner (RIG Vorderpfalz) und Maik Beer (RC Gera 92).

Zielsprint bei den Deutschen Meisterschaften Berg. Dirk Kessler ganz rechts.

Doppelerfolg für Anja Schneidenbach und Dirk Keßler in Stadtallendorf!

Contre-la- montre, Timetrial oder Einzelzeitfahren steht für den Kampf gegen die Uhr und ist für die meisten Radsportler buchstäblich die „Stunde der Wahrheit“! Hier gewinnen in der Regel die Athleten und Athletinnen mit dem größtem Kraftausdauervermögen und der Fähigkeit diese möglichst über die gesamte Distanz aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus hat sich in den letzten Jahren die Trainingssteuerung durch das große Angebot von Wattmesssystemen stark verändert. So dass bei vielen nicht mehr nur nach altem Muster oder gar statisch nach Körpergefühl trainiert wird, sondern sehr methodisch und zielgerichtet mit wattgesteuerten hochintensiven Intervallen, Schwellenkreuzen und regelmäßigen Tests der „funktionellen Schwelle“, der theoretischen Stundenleistung der Einzelnen.

Anja Schneidenbach

Überdies befeuert die umtriebige Fahrradindustrie das „Wettrüsten“ im Bereich des Zeitfahrmaterials und der Bekleidung. Längst werden in immer kürzeren Produktzyklen Zeitfahrräder, Aerolaufräder, Lenker und Lenkeraufsätze, Helme, Zeitfahranzüge und Überschuhe und vieles mehr in Windkanaltests immer weiter optimiert und angeboten. Auch hier enden nicht die Optimierungsbestrebungen zum Thema Zeitfahren, selbst das Zusammenspiel von Aerodynamik und Biomechanik werden von verschiedenen Spezialanbietern auf der Bahn angeboten um die letzten Sekunden herauszuholen.

Dirk Kessler

All dies führte vergangenen Samstag bei den Hessischen Meisterschaften im Einzelzeitfahren auf bewährter und bekannter Strecke in Stadtallendorf zu immer besseren Zeiten und einer harten Konkurrenz innerhalb der einzelnen Altersklassen. Für den RVG-Rockenberg starteten zum wiederholten Male der Wölfersheimer Dirk Keßler in der SEN3-Altersklasse und Anja Schneidenbach aus Künzell bei den Elite Frauen. Nach einem Hüftpfannenbruch im vergangenen Winter und einer 10-wöchigen Sportpause sahen die Vorzeichen für Dirk nicht besonders rosig aus, seinen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Aber mit viel Disziplin, Trainingsfleiß und einer deutlichen Umstellung an seiner Zeitfahrposition, gelang es ihm erneut ein gutes Niveau aufzubauen.

Als Titelverteidiger startete Dirk dieses Jahr als letzter auf die 20km Strecke auf der Panzerstraße der Hessenkaserne. Eine Minute vor ihm sein Hauptkonkurrent Victor Slavik aus Kassel. Nach der Hälfte der Strecke hatte Dirk lediglich einen Vorsprung von 2 Sekunden, es sollte also wieder sehr eng werden. Aber hier zeigte Dirk seine langjährige Routine im „Pacing“, also in der Fähigkeit seine Kraft so einzuteilen um am Ende nicht nachzulassen. Dies gelang im erneut so gut, dass er auf den letzten 5km noch einmal zulegen konnte und am Ende mit der Fahrtzeit von 27:18:79 den Sieg und somit den Hessenmeistertitel einfahren konnte. Victor Slavik (RV 1899 Kassel)wurde Zweiter in einer Zeit von 27:31:60 vor Markus Eckel (SSG Bensheim) in 27:46:71.

Siegerehrung Senioren 3: Dirk Kessler in der Mitte

Auch Anja Schneidenbach steigerte sich sehr deutlich und zeigte ein weiteres Mal, dass mit ihr bei den Landesmeisterschaften zu rechnen ist. Mit ihrer Fahrzeit von 31:35:51 verbesserte sie ihre letztjährige Zeit auf gleicher Strecke um fast eine ganze Minute und erzielte erneut den hervorragenden dritten Platz gegen sehr starke Konkurrenz. Zweite wurde Ronja Köckerling (RSG Buchenau) vor der Profi-Triathletin Tine Holst (RSC Mars-Rotweiss 02 Frankfurt).

Siegerehrung Damen: Anja Schneidenbach ganz rechts

 

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